Zusammenfassung Ecuador

Lange war es geplant, endlich hat die Zeit gereicht für eine kleine Zusammenfassung der Ereignisse für unsere frankophoben Freunde ;-).

Nachdem es unser Gepäck in Zürich trotz ein Bisschen Tadel und Mahnfinger bezüglich dem Gewicht ins Flugzeug geschafft hat waren wir unterwegs nach Ecuador. Nachdem uns in den ersten Tagen in Quito nichts gestohlen wurde betrachteten wir denn Start der Reise als geglückt. Doch weit gefehlt, am 4 Tag lag Michel mit 40° Fieber, Schüttelfrost und explosionsartigem Durchfall im Bett. Die Ferndiagnose aus der Schweiz lautete Infektion mit Camphilobakter und die Situation wurde ziemlich ungemütlich. Dank Estelles Betreuung und regelmässiger telephonischer Beratung aus der Schweiz ging es gerade so ohne den Notfall in Otavalo zu besuchen (was wohl ein Abenteuer für sich gewesen wäre). Dieser Start schlug ein Bisschen auf die Moral und wir sagten uns noch 3.5 Monate durchhalten dann wird in Neuseeland alles besser. Antibiotika (die Estelle auftreiben konnte) wirkten dann aber sehr gut und 24 h nach den 40° Fieber erreichten wir noch in eher gemütlichem Marschtempo den Fuya Fuya, den ersten Gipfel und gleich ersten 4000er der Reise. Es fehlten uns dann zwei wichtige Akklimatisationstage und nach der Laguna Cuicocha ging es bereits via Quito etwas in den Süden nach Machachi. Für die Besteigung des Ilinizas Norte waren wir mit dem legendären und total verrückten Guide El Gato unterwegs. Für den Aufstieg ins Refugio am ersten Tag meinte er wir sollen ruhig mal los laufen, er komme gleich. Wir trafen uns dann beim Refugio wieder, keine Ahnung was er in der Zwischenzeit gemacht hat. Vor allem Michel hat für die nicht ideale Akklimatisation mit brutalen Kopfschmerzen bezahlt. Die Nacht auf 4700 Metern war eine ziemliche Qual. Es war eine Befreieung am nächsten Morgen loslaufen zu können und die optimistische Haltung von El Gato der trotz Schneesturm schrie „vamos a la playa chicos“ motivierte uns. Mit Sturmmaske wühlten wir uns durch den Schnee und kamen in einer guten Zeit zum Gipfel. Den berüchtigten „Paso de la muerte“ haben wir nicht bemerkt und das Seil blieb im Rucksack. Nach 5 Minuten des Abstiegs setzte sich urplötzlich die Sonne durch und wir hatten eine geniale Sicht auf den Cotopaxi mit Wahnsinns Ambiance zwischen den Wolken. Ein sehr würdiges Spektakel für die Besteigung unseres ersten 5000ers. Zurück in Machachi nutzten wir einen Regentag um einen neuen Stil für das Bergsteigen zu kreiiren, denn es gelang uns die erste offizielle Unterwasser-Begehung des Corazons. Meteoblue ist übrigens in Ecuador deutlich weniger präzise als der Einsatz von ein paar Würfeln zur Wettervorhersage. Es gibt oft fast alle Jahreszeiten auf einmal. Zwei Tage später waren wir mit dem super netten Camilo (Bergrführer Aspirant) unterwegs zum Cotopaxi, unserem Hauptziel für Ecuador. Obschon technisch einfach ist es obligatorisch einen Bergführer zu haben. Nach sehr holpriger Anfahrt bleiben für den Aufstieg zum sehr komfortablen Refugio nur etwa 200m. Unsere Akklimatisation war jetzt schon deutlich besser, die Nacht verlief gut und wir konnten es uns erlauben allen anderen Bergsteigern eine Stunde Vorsprung zu lassen mit der Idee nicht vor dem Sonnenaufgang auf dem Gipfel zu sein. Wir kamen gut voran aber geschenkt war der Aufstieg keineswegs. Die Kälte, zunehmende Höhe und vor allem die zu dieser Zeit sehr aktiven Schwefelfumarolen setzten uns ordentlich zu. Dank zwei zeit-strategischen kamen wir perfekt zum Sonnenaufgang auf dem Gipfel an und wie nach Drehbuch war dies der schönste Tag unserer ganzen Zeit in Ecuador. Obschon Michel schon auf etwa 700 anderen Gipfeln stand war dies der bisher emotionalste. Einfach unglaublich nach dem kalten nächtlichen Aufstieg die ersten Sonnenstrahlen zu geniessen und dabei den gewaltigen Krater und die anderen Vulkane Ecuadors zu bestaunen. Sehr positiv das wir nur 15 Leute auf dem Gipfel waren, denn in der Hauptsaison gibt es teilweise bis zu 120 Aspiranten in der Hütte. Mit knapp 5900 Metern auf dem Gipfel konnten wir zudem feststellen, dass wir für etwas grössere Höhen nicht komplett untauglich sind.

Nach diesen erfolgreichen Bergtagen schlug Estelle vor 4 Tage im Amazonas zu verbringen und Michel war schliesslich einverstanden seine Komfortzone zu verlassen und sie zu begleiten. Wie sich dann zeigte musste leider Estelle ihre Komfortzone deutlich verlassen als ihr Tag mit einem Skorpion-Biss begann. Das hübsche Tier hatte sich in ihrem Poncho versteckt hatte. Naiv wie wir waren hatten wir natürlich unsere Kleider vor dem anziehen bis dahin nie überprüft. Das wird uns eine wichtige Lehre sein für die weitere Reise speziell in Australien. Eine halbe Stunde starke Schmerzen, 2 Minuten leichter Panik weil Estelle total weiss im Gesicht wurde und nicht mehr sehen konnten (der Kreislauf nahm wohl eine kleine Auszeit) und danach ging das Programm weiter. Beim selbst gemachten Maniok Brot bei einem einheimischen Stamm war sie schon wieder ordentlich munter. Die Tage im Amazonas waren sehr abwechslungsreich und viel zum gelungenen Programm trug unser excellenter Guide (Camillo, ja genau Guides in Ecuador heissen grundsätzlich Camillo) bei. Wir sahen viele Tiere, die unmöglich sind selbst zu entdecken und er tat einfach alles um uns zu beeindrucken. Der Versuch einen 1 Meter langen Cayman von Hand einzufangen ging schon fast etwas zu weit. Wie in einem Horrorfilm sassen wir im Boot und er stand knietief mit Stirnlampe im seichten Wasser. Schliesslich entwischte der Cayman und noch nie haben wir eine ähnlich beeindruckende Beschleunigung eines Tieres gesehen. Super das Camillo auch alles tut um die Leute zu sensibilisieren und er kämpft für den Erhalt und Schutz der reichhaltigen Fauna und Flora. Trotz seiner leichten Wasserabneigung liess sich auch Michel ein Bad im Amazonas nicht nehmen. Die Piranhas haben übrigens Angst vor schwimmenden Menschen und beissen kaum, den entgegen dem Klischee und ihrem schlechten Ruf ernähren sie sich zu 95% nicht von Fleisch. Unser Versuch des Piranha Fischens mutierte mehr zum Piranha Füttern. Die Nightwalks und Sonnenuntergänge waren super, die Sumpfwanderung und Suche nach der Anaconda blieb erfolglos dafür hat uns eine grosse Tarantel freiwillig in unserem Camp besucht. Voila, Fertig. Ecuador, auch wenn wir nur einen kleinen Teil des Landes gesehen haben, ist sehr zu empfehlen.

 

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